Vorstellung des Jahresberichtes 2025 unter dem Motto „Diakonie wirkt“
10. Juni 2026
Jahresbericht 2025 „Diakonie wirkt.“
Heute wurde der Jahresbericht des Diakoniewerks Duisburg von Geschäftsführerin Pfarrerin Barbara Montag offiziell vorgestellt. Das gemeinnützige Unternehmen ist Träger verschiedener Einrichtungen in den Bereichen Wohnungslosenhilfe und Eingliederungshilfe/ Kinder, Jugend und Familie sowie Arbeit und Ausbildung. Im Internet ist der Bericht unter www.diakoniewerk-duisburg.de abrufbar.
Geschäftsjahr 2025: Ausgewählte Kennzahlen und Entwicklungen
Ca. 9.000 Menschen wurden 2025 im Diakoniewerk beraten, qualifiziert und betreut, davon 570 in stationären und teilstationären Einrichtungen. Die KadeDi/ Kaufhäuser der Diakonie haben im vergangenen Jahr ihren 20. Geburtstag gefeiert, das Qualifizierungszentrum unterstützt seit 2009 junge Menschen in Berufsvorbereitung, Ausbildung, Umschulung etc., die Ökumenische Bahnhofsmission ist erst seit dem vergangenen Jahr in der Trägerschaft des Diakoniewerks, existiert aber bereits seit 113 Jahren in Duisburg. Im vergangenen Jahr hat das Diakoniewerk das Angebot der Kinder-Intensiv-Wohngruppen ausgebaut mit einer weiteren Wohngruppe in Beek, die Tagesstruktur ist umgezogen in einen neuen Standort in Ruhrort. Seit dem 1. April 2025 vertritt Geschäftsführerin Pfarrerin Barbara Montag neben dem Diakoniewerk die Gesamtdiakonie als Sprecherin in der Stadt. Auch in der Unternehmensstruktur gab es Veränderungen: Christian Frings hat am 1. Oktober 2025 die Geschäftsführung von Ruth Stratmann übernommen. Nach dem Ausscheiden von Fachbereichsleiterin Christiane Böhning wurde der Fachbereich „Soziales, Wohnen & Gesundheit“ geteilt, es entstanden die neuen Fachbereiche „Beratung & Wohnen“ sowie „Teilhabe & Selbstbestimmung.“
Motto des Jahresberichtes 2025: „Diakonie wirkt“
Das Motto des Jahresbericht 2024 ist immer noch aktuell: „Diakonie wählt Demokratie“. Die Rahmenbedingungen für soziale Arbeit in Duisburg bleiben herausfordernd, demokratiefeindliche Parteien und andere Gruppen stellen ihre Wirksamkeit in Frage. „Es fällt manchmal schwer, die Produktivität und Rentabilität von sozialer Arbeit in Zahlen zu messen“, erklärt Pfarrerin Barbara Montag, Geschäftsführerin im Diakoniewerk und Sprecherin der Diakonie in Duisburg. „Wir messen sie in Erfolgsgeschichten – und einige davon haben wir in unserem Jahresbericht ausgewählt. Diakonie wirkt für die Menschen und für die Stadtgesellschaft. Wir als Diakonie stehen ein für eine offene, angstfreie Gesellschaft. Zuversicht und Ermutigung – vor allem für die Schwächsten – sind unser Auftrag.“ Die Wahlarena mit den demokratischen OB-Kandidatinnen und Kandidaten im September 2025 ist hier ein gutes Beispiel für das politische Engagement der Arbeitsgemeinschaft der Duisburger Wohlfahrtsverbände. Auch intern bei den Mitarbeitenden richtet das Diakoniewerk den Blick auf diejenigen, die Unterstützung benötigen zum Beispiel bei der Vereinbarkeit von Berufsleben und Privatleben aufgrund von Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Verpflichtungen im Ehrenamt etc. „Wir freuen uns, dass wir vom Duisburger Bündnis für Vereinbarkeit am 19. Juni 2026 für vorbildliche Vereinbarkeit ausgezeichnet werden“, so Pfarrerin Montag. „Dieses Bündnis und diese Auszeichnung bedeuten uns sehr viel“.
Vorgestellt: Die neue „Tagesstruktur RuhrEck“ in Duisburg Ruhrort
Die neue Einrichtung „RuhrEck“ auf der Amtsgerichtsstraße 16 in Duisburg Ruhrort ist ein geschützter Raum für Erwachsene mit einer psychischen Erkrankung, die Struktur und Stabilität für ihren Tagesablauf suchen. In der ehemaligen Polizeiwache befinden sich jetzt ein Büro, ein vollausgestatteter EDV-Raum, ein Hauswirtschaftsraum mit Küche, ein Kreativraum, ein Gesprächs- und Ruheraum sowie ein Bewegungsraum. Leiterin Dilsan Söyler und ihr Team betreuen hier aktuell 28 Frauen und Männer mit einer psychischen und/ oder einer Sucht-Erkrankung im Alter zwischen 22 und 73 Jahren. Ein besonderes Highlight der Einrichtung ist die Tovertafel für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung – eine interaktive Spielekonsole, die auf kleinste Handbewegungen reagiert. Die Tagesstruktur befand sich von 1989 bis Anfang 2026 im ehemaligen Schutzbunker am Ruhrorter Neumarkt im Gertrud-Reichardt-Haus. Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder Suchterkrankung finden hier ein Gemeinschaftsleben, Stabilisierung ihrer Situation sowie Tagesroutine. Auch digitale Teilhabe wird hier großgeschrieben.
Gemeinsam einen strukturierten Tagesablauf entwickeln
„Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder mit einer Suchterkrankung haben häufig Schwierigkeiten mit einem geregelten Tagesablauf – und das hat nichts mit mangelndem Willen oder mit ‚Faulheit‘ zu tun“, erläutert Dilsan Söyler, Leiterin der Tagesstruktur „RuhrEck“. Menschen mit psychischen Erkrankungen leiden häufig unter Antriebslosigkeit, Ängsten, Überforderungsgefühlen, Schlafstörungen oder auch Problemen durch Suchtmittelkonsum. All das kann einen geregelten Tagesablauf erschweren.
Hier bietet das Team der Tagesstruktur „RuhrEck“ Unterstützung. Das Team besteht aus fünf Personen. Die Einrichtungsleitung ist gelernte Ergotherapeutin, Fachtherapeutin für Psychiatrie und Traumaberaterin. Drei Ergotherapeutinnen (darunter eine ausgebildete Schreinerin) und ein Gartenlandschaftsbauer runden das Team mit unterschiedlichen Schwerpunkten ab. Die Klientinnen und Klienten nehmen mindestens dreimal wöchentlich für mindestens zwei Stunden an selbstgewählten Gruppenangeboten teil. Das Angebot umfasst Gruppen aus den Bereichen Kreativität, Bewegung und Entspannung, Hauswirtschaft und kognitives Training. Darüber hinaus gibt es regelmäßige Ausflüge und verschiedene Projekte. Dilsan Söyler erklärt: „Unsere Einrichtung bietet Menschen nicht nur Halt im Alltag, sondern auch die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, Interessen zu teilen und Selbstwirksamkeit zu erleben. Durch kreative, aktivierende und alltagsnahe Angebote schaffen wir Räume, in denen Sie Neues ausprobieren, zur Ruhe kommen und sich mit anderen austauschen können.“
Ziel: Gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen
„Ein geregelter Tagesablauf ist für viele Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Sucht eine enorme Herausforderung“, so Dilsan Söyler, „und er ist gleichzeitig wichtig für die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Denn Tagesstruktur ist der Grundbaustein einer selbst bestimmten und eigenständigen Lebensführung.“
Durch die Angebote der Tagesstruktur soll das Selbstvertrauen der Klientinnen und Klienten gestärkt werden. Aktivitäten in der Gruppe fördern soziale Kontakte und Selbstwirksamkeit, der Alltag wird stabilisiert durch Routine, die körperliche und psychische Gesundheit werden gestärkt. „Ausgrenzung und Isolation erfahren unsere Klientinnen und Klienten leider fast täglich im Alltag“, erklärt Pfarrerin Barbara Montag, Geschäftsführerin im Diakoniewerk Duisburg. „In unseren Einrichtungen erfährt jeder Mensch Menschenwürde, jede und jeder ist gleich wichtig. Dem zugrunde liegt unser christliches Menschenbild – gleichzeitig spielen die kulturellen Hintergründe der Menschen, die zu uns kommen, überhaupt keine Rolle. Es geht nicht um Kategorisierung, nicht um Herkunft, um Hautfarbe, um Geschlecht oder Religion.“
Interesse?
Die Tagesstruktur „RuhrEck“ hat noch einige wenige Plätze frei. Das Angebot richtet sich an Erwachsene ab dem 18. Lebensjahr mit einer psychischen Diagnose, die Grundsicherung oder Rente beziehen. Menschen bis zu einem Pflegegrad III können teilnehmen, die Räume sind barrierearm. Informationsgespräche und Hospitation sind nach Rücksprache möglich.
Kernöffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr
Kontakt: Dilsan Söyler, Tel.: 01520 – 2403125, E-Mail: dilsan.soeyler@diakoniewerk-duisburg.de
Foto v.r.: Geschäftsführerin Pfarrerin Barbara Montag, Jessica Eul (Leiterin des Fachbereichs „Teilhabe & Selbstbestimmung“), Dilsan Söyler (Leiterin der Tagesstruktur „RuhrEck“)
Wir sind für Sie da!
Diakoniewerk Duisburg GmbHPaul-Rücker-Str. 7
47059 Duisburg