Versorgung Obdachloser in Duisburg wird sichergestellt

Die Versorgung von wohnungslosen Frauen, Männern und Jugendlichen ist im Hilfesystem in Duisburg auch während der Corona-Krise gewährleistet. Das Amt für Soziales und Wohnen der Stadt Duisburg, die Wohnungslosenhilfe des Diakoniewerks Duisburg, der Verein „Gemeinsam gegen Kälte e.V.“, der Suchthilfeverbund Duisburg e.V., die Duisburger Tafel, der Verein Immersatt und Streetworkerinnen und Streetworker von weiteren Trägern arbeiten auch in diesen Tagen eng vernetzt zusammen, um die notwendige Hilfe für wohnungslose Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen.

Soforthilfen aus dem NRW-Notfallpaket helfen schnell und unbürokratisch

Sozialminister Karl-Josef Laumann hat am 31. März 2020 ein Notfallpaket für die Akutversorgung von obdachlosen Menschen bereitgestellt. Der gemeinsame Antrag der Duisburger Träger im Bereich Wohnungslosenhilfe auf eine entsprechende Soforthilfe wurde kurzfristig bewilligt. Damit stehen zusätzliche finanzielle Mittel für die Anschaffung von Gutscheinen für Lebensmittelgeschäfte, Gutscheine für Prepaidkarten oder Handy-Guthaben, Kleidung, Hygieneartikel und Desinfektionsmittel zur Verfügung. Die neuen Gutscheine und Hilfspakete können bereits in den nächsten Tagen verteilt werden, damit die Hilfe bedürftige Menschen noch vor dem Osterfest erreicht. Anlaufstellen für die Verteilung sind zunächst der Verein „Gemeinsam gegen Kälte e.V.“, die Zentrale Anlauf-, Beratungs- und Vermittlungsstelle im Diakoniewerk Duisburg (ZABV) und die Kontakt- und Anlaufstelle des Suchthilfeverbundes. Um eine telefonische Anmeldung wird gebeten, um eine möglichst kontaktlose Übergabe zu gewährleisten.

„Mit Gutscheinen können wir den Menschen sehr gut und individuell helfen“, berichtet Roland Meier, Fachbereichsleiter der Wohnungslosenhilfe im Diakoniewerk Duisburg. „Zusätzlich zu den Notfallmaßnahmen des Ministeriums freuen wir uns auch über privat gespendete Gutscheine für Lebensmittelgeschäfte, Prepaidkarten oder Fahrkarten für die DVG, die wir gerne an unsere Klientinnen und Klienten weiterleiten. Mit Gutscheinen können wir die Hygienevorschriften gut einhalten und die benötigten Waren können wohnortnah gekauft werden.“

Notübernachtungsunterkünfte geöffnet, Beratung und Streetwork laufen weiter

Die Notübernachtungsunterkünfte für Frauen und Männer sind weiterhin geöffnet, Lebensmittelpakete werden zur Verfügung gestellt und auch die persönliche Beratung findet weiterhin statt. Alle Beratungsstellen sind telefonisch und per E-Mail erreichbar, nach Terminvereinbarung sind auch persönliche Gespräche möglich. Aushänge informieren vor Ort über Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten. Bei Unterbringungsbedarf vermitteln die Fachstelle für Wohnungsnotfälle der Stadt Duisburg und die Zentrale Anlauf-, Beratungs- und Vermittlungsstelle des Diakoniewerks Duisburg.

Für manche wohnungslose Frauen und Männer fehlen jetzt Einnahmequellen wie Pfandflaschen und Spenden von Passanten, Tageseinrichtungen wie Streetworkcafés wurden geschlossen, regelmäßiges Händewaschen oder Duschen ist für viele Wohnungslose nur noch schwer möglich. „Wir sind mit allen Akteuren im Bereich der Wohnungslosenhilfe sehr gut vernetzt und tauschen uns regelmäßig dazu aus, wie wir den Klientinnen und Klienten bestmöglich helfen können“, erklärt Udo Horwat, Geschäftsführer des Diakoniewerks Duisburg. „In unserer Beratungsstelle (ZABV) können Wohnungslose eine Postadresse einrichten, Wohnungsangebote erhalten und wir kümmern uns gemeinsam mit dem Jobcenter um eine schnelle und unbürokratische wirtschaftliche Hilfe. Wir sehen, dass die Selbstorganisation für einige unserer Klientinnen und Klienten aufgrund der aktuellen Maßnahmen zur Kontaktreduzierung schwieriger wird. Hier suchen wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern nach Lösungen.“ Alle Institutionen in der Wohnungslosenhilfe sind sich einig, dass es wichtig ist, den Kontakt zu den Klientinnen und Klienten zu halten.

Als Alternative zu den öffentlichen Toiletten, die geschlossen wurden, steht die Kontakt- und Anlaufstelle des Suchthilfeverbundes Duisburg e.V. auf der Gutenbergstraße 24 zur Verfügung. Dita Gomfers, geschäftsführender Vorstand des Suchthilfeverbundes, sagt: „Bei uns in der Kontaktstelle gibt es ein WC mit Waschbecken und eine Waschmaschine. Es darf immer nur eine Person nach der anderen eintreten. Zusätzlich sind unsere Streetworker*innen weiterhin täglich auf der Straße an den bekannten Plätzen unterwegs und bieten Hilfe an.“ Der Betrieb im Suchthilfeverbund e.V. läuft derzeit eingeschränkt. Dennoch: Postausgabe und Spritzentausch finden statt und Safer-Use-Artikel werden weiterhin in den Beratungsstellen und der Kontakt- und Anlaufstelle ausgegeben, auch die telefonische Beratung findet weiterhin statt (siehe aktuelle Öffnungszeiten www.suchthilfeverbund-duisburg.de).

 

Adressen/ Kontakt:

Stadt Duisburg

Amt für Soziales und Wohnen
Fachstelle für Wohnungsnotfälle
Gutenbergstr. 24
47051 Duisburg
Telefon: 0203 283 – 8858

Suchthilfeverbund Duisburg e.V.

Kontakt- und Anlaufstelle Gutenbergstr. 24
47051 Duisburg
Telefonische Erreichbarkeit Montag bis Freitag 10.00 bis 12.00
Tel.: 0203 6001212-0
www.suchthilfeverbund-duisburg.de

Diakoniewerk Duisburg

Zentrale Anlauf-, Beratungs- und Vermittlungsstelle (ZABV)
Beekstraße 45
47051 Duisburg
Tel.: 0203 9313-100

Telefonische Erreichbarkeit Mo – Fr: 8:00 – 12:30 Uhr
bei Unterbringungsbedarf auch nachmittags von 13:30 – 16:00 Uhr
www.diakoniewerk-duisburg.de

Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e.V.

Wintgensstr. 67
47058 Duisburg

Telefon: 0203 3468084
www.gemeinsam-gegen-kaelte-duisburg.de

Duisburger Tafel

Telefon: 0203 35 01 80
www.tafel-duisburg.de

Immersatt Kinder und Jugendliche e.V.

Telefon: 0203 456796-10
www.immersatt.org

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