Hinschauen statt Wegsehen – Ein gemeinsamer Appell für mehr Menschlichkeit in Duisburg

6. November 2026

Drei Personen stehen nebeneinander auf einem weiten, gepflasterten Platz. Im Hintergrund sind Bürogebäude und ein großes Hashtag-„DUISBURG“-Schriftzeichen zu sehen.

Hinschauen statt Wegsehen – Ein gemeinsamer Appell für mehr Menschlichkeit in Duisburg

Aufruf von Pfarrerin Barbara Montag, Geschäftsführerin im Diakoniewerk Duisburg und Sprecherin der Diakonie in Duisburg:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in unserer Stadt begegnen wir ihnen täglich: Menschen, die auf der Straße leben. Menschen, die frieren, die hungrig sind, die einsam sind und deren Alltag von Sorgen geprägt ist, die viele von uns sich kaum vorstellen können. Gehen wir an diesen Menschen vorbei? Senken wir unseren Blick und schauen weg? Fühlen wir uns mit der Situation überfordert? Haben wir verlernt, einander wahrzunehmen?

Obdachlosigkeit dürfen wir nicht ausblenden – Obdachlosigkeit darf in unserer Stadt nicht unsichtbar bleiben. Jeder Mensch, der auf der Straße lebt, hat seine eigene Lebensgeschichte. Vielleicht ein Schicksalsschlag, eine zerbrochene Beziehung, eine Krankheit, eine psychische Belastung oder der Verlust des Arbeitsplatzes. Niemand sollte auf seine Lebenssituation reduziert werden. Niemand verliert seine Würde, nur weil er oder sie kein Zuhause hat.

Als Christin und Pfarrerin glaube ich daran, dass jeder Mensch von Gott gewollt und geliebt ist. Jeder Mensch besitzt eine unverlierbare Würde. Und diese Würde darf nicht davon abhängen, ob jemand ein Zuhause hat, saubere Kleidung trägt oder in unsere Vorstellungen von einem geordneten Leben passt.

Was können wir also tun? Manchmal beginnt Menschlichkeit ganz klein:

  • Ein freundlicher Blick, statt den Blick abzuwenden.
  • Ein ehrliches „Hallo“, statt wortlos vorbeizugehen.
  • Ein warmes Getränk an einem kalten Tag.
  • Ein paar Minuten Zeit, um zuzuhören.
  • Die Frage: „Kann ich Ihnen irgendwie helfen?“

Wir alle können dazu beitragen, dass sich niemand allein und vergessen fühlen muss.

Es geht nicht darum, die Probleme eines anderen Menschen allein lösen zu müssen. Es geht darum, ihn nicht unsichtbar werden zu lassen. So können wir einem Obdachlosen zeigen: Ich sehe dich. Du bist nicht vergessen. Nächstenliebe ist kein schönes Wort, das nur in Kirchen und Gottesdiensten seinen Platz hat. Nächstenliebe sollte im Alltag sichtbar werden. Auf unseren Straßen, in unseren Innenstädten, in unseren Begegnungen.

Aufruf von Uwe Lonzeck, Vorsitzender des Vereins Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e.V.:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

obdachlose Menschen brauchen nicht nur Essen, Kleidung und eine Unterkunft, sondern vor allem Wertschätzung. Als Duisburger bin ich überzeugt: Eine Stadt erkennt man nicht nur an ihren schönen Plätzen, ihren Geschäften und ihrer Wirtschaftskraft. Man erkennt sie auch daran, wie sie mit den Menschen umgeht, die am Rand unserer Gesellschaft leben. Gemeinsam mit einem großartigen Team engagiere ich mich ehrenamtlich im Verein „Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e.V.“ Wir erfahren sehr viel Zuspruch von Menschen, die uns mit Sach- und Geldspenden unterstützen. Auch die Menschen auf der Straße, die wir mit Essen, Getränken, Kleidung etc. versorgen, lassen uns ihre große Dankbarkeit spüren. Wir als Verein wünschen uns eine Gesellschaft, in der wir aufeinander achten, in der wir einander mit Respekt begegnen – unabhängig von Herkunft, Lebensgeschichte oder sozialem Status. Wir alle können dazu beitragen, dass sich niemand allein und vergessen fühlen muss. Manchmal beginnt Hilfe mit einem Blick, einem freundlichen Wort oder einem warmen Getränk. Und manchmal damit, professionelle Hilfe zu holen.

Aber wann müssen wir Hilfe holen?

Auch hier ist es wichtig, hinzuschauen und nicht aus Unsicherheit untätig zu bleiben. Wenn ein Mensch bei großer Kälte regungslos im Freien liegt, nicht ansprechbar ist, verwirrt wirkt oder offensichtlich gesundheitlich gefährdet ist, sollte niemand einfach weitergehen. Wenn keine unmittelbare Lebensgefahr erkennbar ist, können soziale Hilfsdienste oder die städtische Fachstelle helfen:

  • Bei akuter Gefahr oder einem medizinischen Notfall: 112 währen
  • Fachstelle für Wohnungsnotfälle der Stadt Duisburg: (0203) 283-984685 oder Call-Duisburg (0203) 94000

Weihnachtsbaumverkauf auf dem Weihnachtsmarkt

Vom 11. bis 21. Dezember 2026 findet wieder unser Weihnachtsbaumverkauf in Duisburg auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz statt. Der Erlös ist bestimmt für Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen oder bedroht sind. Wenn Sie unsere Aktivitäten im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit unterstützen möchten, freuen wir uns über Ihren Anruf unter 0203 / 3468084.

Foto

Yvonne Wagner (Leiterin des Fachbereichs „Beratung & Wohnen im Diakoniewerk Duisburg), Pfarrerin Barbara Montag (Sprecherin der Diakonie Duisburg, Geschäftsführerin vom Diakoniewerk Duisburg) und Uwe Lonzeck (Vorsitzender des Vereins „Gemeinsam gegen Kälte e.V.“) Foto: Diakoniewerk Duisburg

Wir sind für Sie da!

Diakoniewerk Duisburg GmbH
Paul-Rücker-Str. 7
47059 Duisburg

Newsletter!

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Cleverreach, welches ebenfalls eine Verbindung zu Google, u.a. reCAPTCHA aufbaut. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen