Beratungsstelle ermöglicht digitale Teilhabe für Wohnungslose

22. August 2023

Duisburg hat ein etabliertes und aufeinander abgestimmtes Hilfesystem für die Versorgung von wohnungslosen Frauen, Männern und jungen Erwachsenen. Eine wichtige Erstberatungsstelle befindet sich auf der Beekstraße 45a, hier gibt es seit knapp 20 Jahren ein gemeinsames Hilfeangebot vom Diakoniewerk Duisburg, dem jobcenter Duisburg und der Fachstelle für Wohnungsnotfälle der Stadt Duisburg. Zusätzliche digitale Angebote sollen jetzt auch dort Teilhabe ermöglichen, wo wohnungslose Menschen bisher bei digitalen Prozessen kaum Zugang hatten.

 

Digitale Teilhabe für Menschen ohne festen Wohnsitz

„Das gemeinsame Angebot von Stadt, jobcenter und Diakoniewerk an der Beekstraße hat sich seit Jahren als Beispiel erfolgreicher Netzwerkarbeit etabliert, denn Bürgerinnen und Bürger erhalten viele Leistungen niederschwellig an einem Ort“, freut sich Astrid Neese, Beigeordnete für Bildung, Arbeit und Soziales. „Das Angebot wird laufend ausgeweitet. Nun ermöglichen wir in der Beratungsstelle zusätzlich auch einen digitalen Zugang ergänzend zur persönlichen Beratung und Betreuung wie z.B. Antworten auf die Fragen: Wo werden freie Wohnungen angeboten? Wie kann ich Wohngeld beantragen? An wen kann ich mich wenden bei Schuldenproblemen? Wie muss ein bestimmter Antrag ausgefüllt werden? etc.“ Die Klientinnen und Klienten werden dabei von den Berater*innen unterstützt, um online die Antworten auf die vorangestellten oder andere Fragen zu finden.

In der Zentralen Anlauf-, Beratungs- und Vermittlungsstelle (ZABV) des Diakoniewerks Duisburg können Klientinnen und Klienten kostenlos einen WLAN-Zugang nutzen. Bei Bedarf stellt das Diakoniewerk auch Tablets leihweise für die digitale Wohnungssuche oder um E-Mails zu schreiben zur Verfügung. Außerdem kann bei den Beraterinnen und Beratern der Zugang zur eigenen DiaDu-App des Diakoniewerks beantragt werden, um eine geschützte Beratung auf kurzem Wege zu ermöglichen, wenn z.B. keine E-Mail-Adresse vorhanden ist.

Auch die Korrespondenz mit dem jobcenter Duisburg ist jetzt – zusätzlich zur persönlichen Beratung – über einen digitalen Zugang möglich. Am Standort Beekstraße wurde dafür ein sogenannter Self-Service-Terminal installiert (weitere Terminals finden sich in der Hauptgeschäftsstelle). Am Terminal können Kundinnen und Kunden ein Tablet und einen Scanner nutzen. Über die Anwendung jobcenter.digital haben sie Zugriff auf ein digitales Postfach, können Stellenangebote und/oder Weiterbildungsangebote suchen, Änderungen mitteilen oder auch einen Weiterbewilligungsantrag (WBA) für Bürgergeld stellen. Mit dem fest installierten Scanner können wichtige Dokumente in eine elektronische Akte hochgeladen werden, Kopieren ist nicht mehr nötig. Die Dokumente werden direkt nach dem Scannen an die Poststelle des Jobcenters weitergeleitet und Nutzer*innen erhalten eine Quittung über den Scanvorgang. „Seit der Einführung in der Corona-Pandemie wurde unsere jobcenter-App in Duisburg schon mehr als 21000 mal installiert. Pro Woche kontaktieren uns unsere Kundinnen und Kunden rund 1500 mal über unsere APP“, berichtet Birgit Mölders, stellvertretende Geschäftsführerin des jobcenter Duisburg. „Wir machen sehr gute Erfahrungen mit dem digitalen Zusatz-Angebot. Und bei sogenannten Wohnungsnotfällen, wo es schnell gehen muss, arbeiten das Diakoniewerk, die Stadt Duisburg und das jobcenter auf dem kurzen Dienstweg Tür an Tür zusammen, um eine gute Lösung zu finden.“

Warum ist digitale Teilhabe wichtig für Menschen, die wohnungslos sind oder von Wohnungslosigkeit bedroht?

„Menschen ohne festen Wohnsitz verfügen in der Regel nicht über einen PC, Laptop, Tablet oder ein modernes Smartphone und auch nicht über ein ausreichendes mobiles Datenvolumen“, erklärt Udo Horwat, Geschäftsführer im Diakoniewerk Duisburg. „Teilweise fehlt auch die Kompetenz, digitale Angebote zu nutzen, in manchen Fällen ist nicht einmal eine E-Mail-Adresse vorhanden bzw. bekannt. Hier werden unsere Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bei Bedarf auch zu Digital-Scouts. Wir möchten unsere Klientinnen und Klienten mit digitalen Angeboten unterstützen, digitale Teilhabe muss auch für arme Menschen möglich sein. Darüber hinaus ist selbstverständlich der persönliche Kontakt in der Beratungsstelle auch weiterhin gegeben.“

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In der Beratungsstelle für Wohnungslose in der Beekstraße steht ein Self-Service-Terminal des Jobcenter Duisburg für Klienten wie Otto Bomberg (vorne im Bild) zur Verfügung, der mit PC, Tablet und Scanner ausgestattet ist. Eine weitere Besonderheit an diesem Standort ist die knapp 20-jährige Zusammenarbeit vom Diakoniewerk Duisburg, dem jobcenter Duisburg und der Fachstelle für Wohnungsnotfälle der Stadt Duisburg, um für Menschen ohne festen Wohnsitz schnelle und umfassende Hilfe anzubieten. (Reihe hinten v.l.n.r.): Udo Horwat (Geschäftsführer Diakoniewerk Duisburg), Astrid Neese (Beigeordnete für Bildung, Arbeit und Soziales), Birgit Mölders (stellvertretende Geschäftsführerin des jobcenter Duisburg).

Foto: Diakoniewerk Duisburg

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