Bastian Walter ist neue Leitung im Fachbereich Arbeit & Ausbildung

1. April 2026

Philosophie meets diakonisches Projektmanagement

Bastian Walter (41 J.), ist seit dem 1.1.2026 neuer Leiter im Fachbereich Arbeit & Ausbildung.

 

  1. Was hat Sie zum Diakoniewerk Duisburg geführt?

Nach meinem Studium in den Fächern Philosophie und Englisch bin ich eher durch Zufall zu einem diakonischen Träger in Wuppertal gekommen. Ich wurde im Jobcoaching eingesetzt, obwohl ich keine klassische Ausbildung in der sozialen Arbeit habe. Gleichzeitig bekam ich die Gelegenheit, mich im Bereich Qualitätsmanagement (QM) und Datenschutz fortzubilden und bei der Projektentwicklung mitzuwirken. Bereits nach kurzer Zeit war ich bei meinem Träger in Wuppertal der Ansprechpartner für alle Ausschreibungen. Diese Kompetenz hat mich dann im Jahr 2020 zum Diakoniewerk Duisburg gebracht in den Fachbereich Arbeit & Ausbildung in die neu geschaffene Position „Projektentwicklung und QM“.

  1. Und dann kam Corona… und viele weitere Herausforderungen im Bereich der Wohlfahrtspflege. Warum sind Sie geblieben und wie haben sich Ihre Aufgaben verändert?

Ich schätze an Duisburg die Nähe zu meiner Wahlheimat Meerbusch. Ohne den Strukturwandel im Ruhrgebiet gäbe es viele Angebote im Diakoniewerk nicht und diese Angebote konnte ich im Fachbereich vom ersten Tag an aktiv mitgestalten. Damit unsere Auszubildenden und Maßnahme-Teilnehmenden in der Corona-Zeit über eine digitale Lern-Plattform unterrichtet werden konnten, habe ich das Projekt ‚digitales Lernen‘ konzipiert und betreut. Über die Stiftung Wohlfahrtspflege konnten damals 50 Notebooks und 25 Tablets angeschafft werden. In meiner Position war ich immer sehr nah am ‚organisatorischen Herz‘ des Diakoniewerks, an den Leitungen und in Teilen an der Geschäftsführung, ich bekam Chancen für meine persönliche Entwicklung. So bekam ich 2024 die Gelegenheit, die Teamleitung für den Bereich der ‚Arbeitsgelegenheiten‘ zu übernehmen, weil meine Vorgängerin in den Ruhestand gegangen ist. Im gleichen Jahr habe ich meine Weiterbildung im Bereich Sozialmanagement erfolgreich abgeschlossen – mit Blick auf die bevorstehende Nachbesetzung der Fachbereichsleitung. Ich fühle mich im Qualifizierungszentrum sehr wohl. Es gibt hier einfach diese angenehme Atmosphäre, wir haben im Team die gleichen Werte und das, was wir tun, ist eine sinnvolle Sache!

  1. Das Diakoniewerk Duisburg ist ein Unternehmen der evangelischen Kirche. Was bedeutet das für Sie als Fachbereichsleitung?

Diakonie bedeutet für mich, dass das christliche Menschenbild eine entscheidende Richtung für unser Denken und Handeln im professionellen Kontext konstituiert. Wir unterstützen durch unsere Tätigkeiten die Menschen in der Region und kümmern uns dabei vor allem um die schwächeren Mitglieder der Gesellschaft. Das ist unser Auftrag.

  1. Soziale Träger stehen heute mehr denn je unter Druck. Auf dem sozialen Arbeitsmarkt gab es immer schon Schwankungen und unterschiedliche politische Zielsetzungen, der Fachbereich Arbeit & Ausbildung hat 2025 drastische Kürzungen erlebt. Wie sehen Sie diese Herausforderungen und was ist Ihre Strategie?

Das stimmt, die Einbrüche in 2025 haben uns vor massive Herausforderungen gestellt, die immer noch spürbar sind. Mittlerweile erleben wir einen gegenläufigen Trend, bei dem unklar ist, wie lange er anhält. Meine Strategie ist zunächst, bewehrte Modelle auszubauen und defizitäre Angebote zu reduzieren oder einzustellen. Nehmen wir die Kaufhäuser: Wir werden kleinere Standorte schließen und setzen zukünftig auf einen großen Standort in zentraler Lage in Duisburg mit einem größeren Angebot. Auch von den Ausbildungen im Reha-Bereich müssen wir uns verabschieden, da die Bundesagentur für Arbeit in Zukunft auf das kooperative Modell setzt, welches wir aufgrund unserer betrieblichen Struktur nicht bedienen können. Hier bieten Qualifizierungsangebote für Menschen mit Behinderung eine mögliche Alternative. Dabei sind auch neue Kooperationen denkbar und sinnvoll, zum Beispiel im Kontext Pflege. Für unseren Malerei-Inklusionsbetrieb „Inwerk“ konnten wir leider kein zukunftsfähiges Konzept finden. Das Angebot war trotz aller Bemühungen nicht finanzierbar und der Betrieb musste im ersten Quartal geschlossen werden.

Bei all diesen Herausforderungen möchte ich auch den Blick nach innen richten – zu meinen Mitarbeitenden und zu meinen Teams. Ich habe mir vorgenommen, alle Standorte zu besuchen und mit den Menschen vor Ort zu sprechen: ‚Was ist gut? Was müssen wir bei unserer Arbeit ändern?‘
Ich bin davon überzeugt, dass aktuelle und zukünftige Herausforderungen nur gemeinsam gemeistert werden können.

  1. Wie sieht der Fachbereichsleiter privat aus? Womit können Sie am besten entspannen?

Ich wohne mit meiner Frau in Meerbusch sehr ländlich und genieße mein Zuhause im Grünen als Gegenpol zu meiner Arbeit in der Stadt. In meiner Freizeit spiele ich gern, am liebsten komplexe Spiele, die ich gemeinsam mit Freunden spiele, wie zum Beispiel Pen & Paper-Rollenspiele, Commander oder Tabletop-Strategie. Außerdem lese ich gern, in erster Linie Belletristik, auch genreübergreifend.

Text: Martina Mengede

Wir sind für Sie da!

Diakoniewerk Duisburg GmbH
Paul-Rücker-Str. 7
47059 Duisburg

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